Das Fernweh hat ein Ende

Berlin, San Franzisko. Endlich ist es soweit: Wir fliegen für zwei Wochen in die schönste Stadt Nordamerikas. Papa war schon dreimal in San Franzisko, Mama noch nie. Ich kenne die Stadt nur aus Papas Schneekugel-Sammlung. Und Greta, na ja, die ist für jedes Abenteuer zu haben, das wir gemeinsam unternehmen. Ein verflixt langer Tag erwartet uns.

Schneekugel, San Franzisko

Wir sind um 6 Uhr aufgestanden, um gegen 7 mit dem Taxi nach Tegel zu fahren. Das Glück war auf unserer Seite. Es fing schon beim Wagen an, das zufällig ein Großraum-Van war und zufällig zwei Kindersitze an Bord hatte: beides vergaß Papa beim Bestellen der Taxe zu erwähnen – ein normaler PKW hätte gar nicht genug Platz für unsere Gepäckstücke und den Kinderwagen gehabt.
Um 9:05 Uhr sollte die Maschine nach Amsterdam starten. Ihr Abflug verspätete sich aber um fast 40 Minuten. Wir machten uns Sorgen wegen des Anschlussfluges. Glücksfall Nr. 2: es wurde eine schnellere Maschine eingesetzt, die in 60 statt 90 Minuten den Amsterdamer Flughafen Schipol erreichte.

Abflug nach San Franzisko

Kurze Wartezeit in Tegel, und dann war das Gepäck aufgegeben

Auf Schipol hatten wir einen unglaublich weiten Fußweg zum Flieger nach San Franzisko, der um 11:45 abheben sollte. Als wir endlich am Flugsteig ankamen, standen rund 250 Menschen in einer langen Schlange vor dem Sicherheitscheck. Wir sind einfach im Eiltempo an den Wartenden vorbeigedüst, und fanden ganz vorne eine einsame Abfertigungsbeamtin, die auf uns zu warten schien (Glücksfall Nr. 3). Sie war eigentlich für Business-Passagiere zuständig, aber Familien mit Kinderwagen zählte sie großzügigerweise dazu.

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Greta spielte ständig Telefonieren und rief »Hallo?« und »Oma?« und »Nadja?«

Die Boing 777 von Amsterdam nach San Franzisko war riesengroß und sehr komfortabel ausgestattet. Es gab einen Bildschirm an jedem Platz. Das Programm wählte man mit einer Fernbedienung, die gleichzeitig auch Kreditkartentelefon war, das hat Greta sofort erkannt. Man konnte nicht nur aus zig verschiedene Filmen wählen, sondern auch Musik, Videos und Fernsehprogramme starten; es gab ein spezielles Kinderprogramm, auf dem ich mir zwei Filme angesehen habe: »Toy Story« und den Anfang von »Harry Potter«.

Trotzdem schien die Zeit nicht zu vergehen. Der Flug über den Atlantik dauerte 11 Stunden. Nach 3 Stunden dachte man, er geht überhaupt nie mehr zu Ende. Der Flieger war bis auf den letzten Platz gefüllt, mit 328 Passagieren. 10 Flugbegleiterinnen wirbelten in blauen Kostümen durch die Gänge und brachten alle halbe Stunde was vorbei: Knabberzeug, Getränke, Spielsachen für die Kinder, heiße Lappen, Einwanderungsformulare, Mittagessen, wieder heiße Lappen, Abendessen, und so weiter. Es war trotzdem furchtbar langwierig. Aber Greta und ich waren enorm tapfer. Greta hat kein einziges Mal gejammert oder geweint. Dabei war es 23 Uhr nachts nach deutscher Zeit, als wir in San Franzisko landeten. Dort war es allerdings erst 14:00 Uhr mittags, wunderschön klar und sonnig.

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Der Blick bei unserer Ankunft im Hotelzimmer, 41. Stock: das Bankenviertel von San Franzisko

Jetzt standen uns nur noch die Einwanderungs-Prozedur (20 Minuten Schlange stehen), die Zollkontrolle (vier mal wurde dasselbe Papier von unterschiedlichen Beamten mit Gummihandschuhen kontrolliert), das Gepäck vom Förderband holen (das ging superschnell), ein Taxi finden und ins Hotel fahren. Dort dann noch mal am Tresen einchecken … ja ist man denn bei so eine Reise irgendwann mal angekommen?

Um 15:30 Uhr Ortszeit (0:30 Berliner Zeit) war es dann soweit: wir betraten das Hotelzimmer Nummer 4182 im 41. Stock des San Franzisko Hilton, wo uns ein wunderbarer Blick über die Stadt erwartete.

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Greta schlief im Taxi vom Flughafen zum Hotel ein, nach 18 Stunden Reisen

Wir fielen erst mal in die Sessel. Dann haben wir in aller Ruhe geduscht. Greta schlief erst im Kinderwagen, dann haben wir sie aber noch mal gewickelt und ins große Bett gelegt. Von den Attraktionen San Franziskos habe ich heute noch nicht viel gesehen. Aber jetzt haben wir 14 Tage Zeit die aufregende Stadt zu entdecken.

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