Die Stadt der blauen Hose

San Franzisko. In den USA kosten die meisten Dinge rund doppelt so viel wie bei uns in Deutschland: Lebensmittel, Drogeriewaren, Klamotten, Spielsachen, Essengehen … Manches ist genauso teuer wie zu Hause, zum Beispiel Zigaretten, Apple-Computer und das Briefporto. Es gibt nur wenige Dinge, die echt weniger kosten. Benzin und Levi’s Jeans zum Beispiel. Dafür zahlet man nur 40 Dollar statt 89 Euro. Heute waren wir shoppen.

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Der große Einkaufstag: Papa holt sich den neuen iPod, Mama kauft Jeans für sich und die ganze Familie

Den Appetit aufs Frühstück hat mir Papa mit einem »Kompliment« verdorben, das eigentlich eine Beleidigung war. Ich habe ihm das klar und unmissverständlich mitgeteilt und war eine halbe Stunde nicht ansprechbar. Er konnte das nur wieder wett machen, indem er mit mir im Hotel-Pool schwimmen ging.

Morgens um 10 öffnet der Apple-Store, der sich nur drei Blocks vom Hotel entfernt befindet. Um 5 vor 10 standen wir inmitten einer munteren Schar von Mac-Fans davor. Nachdem die Pforten geöffnet waren, gingen wir über die gläserne Treppe hinauf in den 1. Stock, wo sich nicht nur das Theater befindet, sondern auch der Tisch mit den iMacs für die Kids, das Internet-Café und der Verkaufsstand für die iPods. Während Papa einen 20-GB-iPod kaufte, checkte Mama ihr Mails; Greta und ich spielten am Nebentisch mit den Kinderprogrammen.

Im Apple Store …

Ich durchforste die Internetseite der Aquapets, Greta klickt sich durch ein Findet-Nemo-Spiel

Das Tollste am Apple Store: überall stehen die neuesten Rechner herum mit allen möglichen Anwendungen: um Musik zu komponieren, Rechnen zu lernen, Bilder zu bearbeiten, Videos zu gucken und natürlich zum Spielen. Niemand stört einem beim Ausprobieren, es sei denn, man wünscht Hilfe. Alle Rechner sind mit dem Internet verbunden, viele haben eine iSight-Kamera, so dass man sogar eine Bild-Telefonat nach Deutschland führen könnte.

Judith schreibt eine E-Mail

Mama checkt ihre Mails und schreibt Nadja einen Gruß aus Downtown San Francisco

Anschließend gingen wir in den Levi’s-Store, um uns mit Jeans einzudecken. San Franzisko ist die Heimat der Blue Jeans, denn hier gründete der Bayer Levi Strauss 1886 eine Tuchfabrik und produzierte für die Goldgräber die blauen Hosen mit den gelben Nähten und Metallnieten zur Verstärkung. Die Firma ist heute immer noch im Besitz der Nachfahren von Levi Strauss. Auf den 4 Etagen des firmeneigenen Kaufhauses werden unzählige Modelle angeboten, die sich eigentlich nur in 5 Merkmalen unterscheiden: Weite, Beinlänge, Hüfthöhe, Blauton und der Glockigkeit am Fuß. Wir probierten endlos viele Hosen an. Papa war am schnellsten fertig. Ich suchte mir auch eine dunkelblaue Levi’s aus. Greta hatten wir gestern schon eine gekauft. Und Mama fand gleich zwei schöne Jeans, eine in blau, die andere in weiß.

Mit Greta einkaufen gehen ist anstrengender als ein Stadtmarathon. Entweder bleibt sie ständig an Ständern und Auslagen stehen und fummelt herum, oder sie rennt wie eine Besessene davon. Letzteres hebt sie sich meistens für die Straße auf, was uns echt Nerven kostet. Wenn sie nicht laufen will, möchte sie getragen werden. Den Kinderwagen schieben wir meistens leer durch die Menschenmassen.

Greta düst mt ihren neuen Jeans über die Shoppingmeile

Greta, in ihren neuen Jeans, tobt durch die Shoppingmeilen von San Franzisko: das kostet Nerven

Ab morgen muss Papa für drei Tage auf eine Design-Konferenz. Sie findet im Hotel Nikko direkt nebenan statt und heißt »TypeCon 2004«. Um 14 Uhr konnte er sich schon sein Ticket und die Konferenztasche abholen. Die hat er dann am Pool auseinander genommen und die Drucksachen in »mitnehmen« und »wegschmeißen« eingeteilt. Für den Abend ist er zu einem Empfang eingeladen, auf dem Schriftentwerfer einen Preis überreicht bekommen.

Konferenztasche

Die Leinen-Konferenztasche enthielt jede Menge Designzeitschriften und Werbedrucksachen für Schriften

Wir machten uns einen gemütlichen Frauenabend im Bad. Ich studierte mit Greta ein kleines Badewannen-Stück ein, das wir Mama vorführten. Greta hat großes schauspielerisches Talent. Sie hat sich ihre Rolle genau gemerkt und prima mitgespielt.

Ein Bad im Hotelzimmer

Greta und ich haben ein Theaterstück für die Badewanne einstudiert

Morgen gibt es eine Extra-Aufführung unserer Badezimmer-Komödie für Papa.

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