Von Zehlendorf nach Nizza

Heute ist Donnerstag und Schultag, trotzdem wollen wir verreisen. Nach Nizza, Südfrankreich. Papa hat am Sonntag Geburtstag, und den will er mit uns an einem schönen Ort verbringen. Natürlich ist Berlin schön, aber Ende September wird es hier kalt und regnerisch, in den Supermärkten stapelt sich das Weihnachtsgebäck. Erst seit 4 Tagen ist Herbst, doch Berlin ist auf Winterkurs. In Südfrankreich dagegen sind es 23 Grad, das Meer hat noch 18 Grad … ein waschechtes Spätsommerklima.

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© EasyJet

Morgens in der Schule: noch ein Diktat in der 3. Stunde. Papa hatte am Vorabend mit mir geübt, so dass ich eigentlich ganz gelassen war. Bis auf das Reisefieber. Um halb neun bringt er mich und Paulina zur Schule, weil er Urlaub hat.

Zwei Stunden später holen mich Mama und Papa ab. Meine Klassenkameradinnen waren ganz traurig, als ich ging. Vielleicht auch, weil sie noch zwei Unterrichtsstunden hatten. Sie stellten sich in einer Reihe auf und winkten mir hinterher, bis wir uns nicht mehr sahen. »Schreib mir eine Karte« riefen die meisten.

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Hier stehe ich mit Paulina vor unserer Schule

Um 14:30 ging unser Flieger. Von Schönefeld aus. Schönefeld liegt leider außerhalb von Berlin, in Brandenburg. Nicht weit draußen, aber doch so weit, dass man eine Ewigkeit fährt. Unser Trip wurde zur Abenteuerralleye. Die können außerhalb der Stadtgrenzen nicht nur keine Verkehrsschilder aufstellen, sie leiten auch ständig um und sorgen für Überraschungen bei der Wegeleitung. Eigentlich sollte die Fahrt 45 Minuten dauern, wir brauchten 30 Minuten mehr, weil es an Feldern vorbei und durch winzige Dörfer ging.

Zwischendurch unterhielt ich Papa mit spannenden Fragen, zum Beispiel wofür es denn Reisebüros gäbe. Er meinte, diese Frage müsse ein Kind des Internetzeitalters früher oder später stellen. Er ist der Ansicht, dass Reisebüros schon seit 20 Jahren überflüssig seien. Leider gab es damals noch kein Internet, wo man sich die reisen ganz individuell selbst buchen konnte. Er bedauert, dass es das Internet erst seit 10 Jahren gibt. Viel zu lange habe er sich über herablassende Bankangestellte, schlecht sortierte Plattenläden und das Gedrängel auf Flohmärkten geärgert. Online-Banking, iTunes und Ebay hätten zu einer echten Verbesserung seines Lebens geführt.

Der Flughafen Schönefeld ist viel kleiner als Tegel und auch Tempelhof. Die Hälfte des Airports ist orange lackiert, weil hier die Internet-Fluggesellschaft EasyJet herrscht. Auch wir fliegen mit den Orangen, in einem nagelneuen Airbus mit überwiegend männlichen Flugbegleitern, die »nicht dem Stewart-Klischee entsprechen« (EasyJet in einer Stellenanzeige). Der Flug war angenehm und schnell. Nach anderthalb Stunden landeten wir in Nizza, zum Hotel waren es nur 20 Minuten mit dem Taxi.

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Der Blick aus unserem Hotelzimmer: Blick in Richtung Nizza, Monaco

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In der obersten Etage Dach des Hotels befindet sich der größte Dach-Pool der Stadt

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Ich habe es mir nicht nehmen lassen, gleich nach der Ankunft zu baden

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