Oma und Opa besuchen uns

Weihnachten ist noch nicht zu Ende. Heute besuchen und Oma und Opa Eschborn, was bedeutet: es gibt eine zweite Bescherung für uns Kinder; die Erwachsenen schenken sich nichts. Außerdem kann man mit Oma immer wunderbar spielen, sie hat viel Geduld und mag Brett- und Würfelspiele. Vielleicht bringt sie sogar ein neues mit.

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Oma und Opa haben sich für 12:00 Uhr angesagt. Bis dahin unternehmen wir einen Spaziergang durch den Park an der Ilm. Wir besuchen Goethes Gartenhaus. Auf dem Rückweg kommen wir an der berühmten Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek vorbei, deren Dachstuhl vor wenigen Wochen komplett ausbrannte: ein trauriges Bild. Viele tausend Kunstschätze, historische Bücher und Bilder sind für immer verloren.

Als wir uns dem Hotel nähern, winken Oma und Opa schon aus ihrem Zimmer. Fast wie in Eschborn, wenn wir sie im Mehrfamilienhaus besuchen. Drum rufen wir Opa wie gewohnt zu: »Du kannst schon mal den Türöffner drücken«, und tatsächlich macht er sich im Hotelzimmer auf die Suche nach dem Knöpfchen. Na ja, Oma und Opa weilen nicht so oft in Hotels.

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Oma und Opa erwarten uns schon im Hotel

Wir stürmen sofort ihr Zimmer, vorneweg wir Kinder, weil wir Bescherung Nr. 2 mit Spannung entgegenfiebern. Oma hat schon die Geschenke ausgebreitet und freut sich genauso wir wir auf das Auspacken. Neben schönen Anziehsachen hat sie auch, wie erwartet, zwei Spiele mitgebracht: das berühmte Malfiz-Brettspiel und ein Würfelspiel mit Namen Engel und Bengel. Ich habe auch ein Geschenk für Oma, worüber sie sich sehr freut: eine selbst getöpferte Möwe mit einem Fischlein im Schnabel. Sie kann gar nicht glauben, das ich sie selbst modelliert habe.

Es dauert nur wenige Minuten, bis ich mit Oma am Tisch sitze und die ersten Würfel über die Glasplatte schlingern. Wärend sich Mama mit Greta zu einem Mittagsschläfchen zurückzieht, spielen wir Engel und Bengel was das Zeug hält. Opa macht auch bald mit. Papa hat nicht so große Lust.

Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek

Die berühmte Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek, mit dem eingerüsteten Mitteltrakt, dessen Dachgeschoss nach dem Brand abgetragen wurde

Am Nachmittag machen wir einen Gang durch die Weimarer Altstadt. Wir zeigen Oma und Opa das Schloss, die Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek, Goethes und Schillers Wohnhaus, das Nationaltheater und viele kleinere Sehenswürdigkeiten. Die beiden sind genauso überrascht und begeistert von dem Städtchen wir wir. Am Goethe-Schiller-Denkmal machen wir ein Erinnerungsfoto. In unserem Reiseführer lesen wir später, dass eine Kopie des Denkmals im Golden-Gate-Park in San Franzisko steht; bei unserem Besuch im Juli sind wir ihm nicht begegnet.

Goethe-Schiller-Denkmal

Gruppenbild mit Dichter: Opa, Oma und Papa vor einem der berühmtesten Denkmäler Deutschlands

Am Abend essen wir thüringische Spezialitäten im Hotelrestaurant. Für uns Kleinen sind das Original-Thüringer-Bratwürste, Oma und Opa essen Roulade mit Kraut Papa und Mama einen Cesar-Salat.
Vor dem Schlafengehen beschließen wir, morgen Goethes Wohnhaus am Frauenplan zu besichtigen.

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Abendessen im Consilium, dem kleineren der beiden Restaurants in unserem Hotel

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