Ein Paradies am Meer

Wir entdecken einen wunderschönen Ort an der Küste: das Schlossgut Groß Schwansee. Seit einem Jahr ist es ein Hotel mit Restaurant, nach aufwendiger Restaurierung. Zum Strand führt eine prächtige Allee. Eigentlich ist es wunderschön im Sand, nur der scharfe Wind quält uns. Ich baue einen Schutz aus zwei Schaufeln und einem Tuch.

Eigentlich wollen wir heute morgen nach Brook an die See. Kurz vorm Ziel entdecken wir einen viel versprechenden Wegweiser mit der Aufschrift »Schlossgut Groß Schwansee«. Wir sind neugierig und folgen der Beschilderung. Nach 4 Kilometern sind wir am Ziel. Vor uns steht, an einem unvergleichlichen Platz in direkter Nähe zur Ostsee, ein herrschaftlicher klassizistischer Bau. Später lesen wir im Hotelprospekt: »Wenn Sie von Hamburg immer in Richtung Norden fahren, kommt ihnen irgendwann niemand mehr entgegen. Dann sind sie angekommen.« Diese Beschreibung trifft Stimmung und Lage des Schlossguts.

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Eines der luxuriösesten Hotels an der Ostsee: das Schlossgut Groß Schwansee der Familie Dornier

Uns Kindern fallen sofort die vier tollen Spielgeräte aus geschälten Baumstämmen ins Auge: ein Sandkasten mit Balancierstange, ein Baumhaus, ein Kletterseilgerüst und die große Kletterkugel. Der Waldboden ist mit weichen, federnden Holzspänen bedeckt, die bestimmt besser vor Verletzungen schützen als Sand. Greta erobert sofort das Klettergerüst und balanciert auf der Stange. Ich lege mich auf das dicke Seil und mache es mir gemütlich.

Das Kletterseil ist so dick, dass ich mich drauflegen kann

Das Schlossgut wurde 1745 von der Familie des Freiherrn von Both bezogen, die viele Besitztümer in Mecklenburg ihr eigen nannten. Nach der Wiedervereinigung stand das Anwesen jahrelang leer bis die Familie Dornier es 1999 erwarb. Das Gebäude wurde restauriert und modernisiert. An der Rezeption erfahren wir, dass es nur acht unterschiedlich gestaltete Doppelzimmer und zwei Suiten gibt, alle in der zweiten Etage. Die erste Etage besteht aus Konferenzräumen und dem Festsaal. Foyer und Treppenhaus sind sehr komfortabel ausgestattet, mit Glasaufzug, tollen Materialien und bequemen Möbeln. Das Restaurant muss gut sein, denn es verspricht »neue deutsche Küche mit mediterranen und regionalen Einflüssen.«

Im Zentrum der Kletterkugel befindet sich ein Netz aus Seilen: zum Erklimmen und als Fallschutz

Die Lage des Schlussguts ist einmalig. Ringsherum bietet sich ein unverbauter Blick auf Baumreihen, Felder und Teiche. Der Glanzpunkt ist die breite Allee zum Meer, links und rechts gesäumt von alten Bäumen und in der Mitte gepflastert. Am Ende erblickt man die weißen Schaumkronen der Ostsee. Als wir dort flanieren, durchquert gerade eine riesige Fähre den Horizontausschnitt.

Ein prächtige, 200 Meter lange Allee führt vom Schlossgut direkt zur Ostsee; am Horizont die Fähre Malmö-Travemünde

Der Strand ist wunderschön: zunächst ein breiter, sauberer Sandstreifen, an der Brandung farbenfrohe Steine. Das Wasser ist glasklar. Allein der Wind nervt. Er weht eiskalt parallel zur Küste, so dass sich kein natürlicher Schutz ergibt. Wir müssen selbst für eine Abschirmung sorgen. Während Mama, Papa und Greta eine Sanddüne aufschaufeln, experimentiere ich mit einem Stofftuch. Die Befestigung ist nicht einfach, aber irgendwann habe ich es geschafft. Das Tuch bläht sich auf wie ein Segel. Viel Windschatten bietet es nicht, aber es ist ein schönes Fotomotiv (siehe oben).

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Unser Windschutz aus Sand funktioniert, wenn man sich flach dahinter legt

Nach 20 Minuten ist Papa total genervt vom Sturm. Entweder ist er nicht richtig angezogen oder total verweichlicht. Ich fotografiere schnell noch mein Windsegel. Dann verlassen wir den Strand und gehen zurück zum Schlossgut. Wir suchen das Restaurant auf und trinken einen Kaffee bzw. Milch mit Honig.

Abends im Gutshaus beim Essen: Ich verliere meinen letzten Milchzahn, links oben der Vierer. Zur Betäubung des Schmerzes gurgle ich mit einem Schluck Wein aus Mamas Glas, den ich anschließend herunterschlucke. Danach bin ich total durch den Wind.

Ich baue ein Windsegel, das nicht besonders schützt aber gut aussieht

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