14 Tage Toskana

Schon im letzten Jahr hat Papa einfach so einen Flug für uns alle nach Pisa und zurück gebucht. Wenn man das so früh im voraus macht, kostet das pro Person soviel wie eine Taxifahrt von Zehlendorf zum Alexanderplatz. Zwischendurch hatten wir den Toskana-Ausflug schon fast wieder vergessen. Doch als die Sommerferien nahten, erwachte das Reisefieber wieder in mir.

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In der letzten 14 Tagen vor dem Abflug beschäftigen wir uns verstärkt mit den Besonderheiten des Urlaubslandes. Papa bestellt Reisführer bei Amazon, ich vertiefe mich in »Langenscheidt’s Universal-Sprachführer Italienisch« und Greta paukt mit ihrer Tagesmutter Frau Schepita Vokabeln. Sie spricht viel italienisch mit den Kindern, und so kennt Greta die wichtigsten Begriffe wie Buongiorno, pantaloni, baci, si, no, grazie, chiao, come sta, a domani und so weiter.

Von unserer Herberge wissen wir, dass sie »Borgo die Ariano« heißt, rund 60 Kilometer von Pisa entfernt liegt, inmitten von Feldern und Hügeln. Das nächst gelegene Städtchen ist Volterra, bekannt für seine Alabaster-Werkstätten und eine voll funktionsfähiges Gefängnis in historischen Gemäuern. Weil man die Herberge nur mit dem Auto erreichen kann, entscheiden wir uns, Papas Wagen mit nach Italien zu nehmen. So können wir dort nicht nur die weiter Gegend erkunden, auch die Anreise wird für alle bequemer, wenn Kinderwagen und sämtliche Klamotten auf dem Landweg ihr Ziel erreichen. Außer für Papa, der eine 13stündige Autobahnfart vor sich hat. »Kein Problem« meint er. Früher sei er häufig solche Strecken gefahren, zum Beispiel nach Südfrankreich, das mache ihm nichts aus. Zudem sei der neue Wagen so komfortabel, dass man auch lange Reisen spielend durchsteht.

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Wir reisen mit Handgepäck, denn Papa ist gestern schon mit dem Wagen und allem Krimskrams vorgefahren

Und so fährt Papa am Donnerstag nach der Arbeit, gegen 19:00 Uhr, los. Sein Navigationssystem zeigt 1327 Kilometer an bis zum Ziel, Ankunftszeit 07:03. Natürlich fährt er nicht in einem durch wie früher nach Südfrankreich, sondern er möchte in Österreich in einem Motor-Hotel ein paar Stunden schlafen.

Später berichtet er uns, dass die Fahrt ganz prima verlief. Wenig Verkehr in den Abendstunden. Gegen 23:30 Uhr war er in der Nähe von München. Dort wollte er dann übernachten. Weil es in der beiden Autobahnraststätten, die er anfuhr keine Zimmer gab (bzw. nur eines ohne Bad und Toilette für 50 Euro, was er als »kriminell« bezeichnete), schaffte Papa es doch bis nach Österreich. Um 01:15 fuhr er im Motor-Hotel »Landzeit« in Angath vor, wo er ein komfortables Zimmer vorfand. Und das Frühstück war natürlich – ganz landestypisch – lecker. »Die Österreicher wissen eben was Gastfreundschaft ist« meinte er.

Während wir in Berlin gegen 13:00 Uhr unser Handgepäck schnappen und das Taxi rufen, fährt Papa gerade an Florenz vorbei. Unsere Maschine startet um 14:40, da hat Papa die »Borgo di Ariano« erreicht. Er bringt das Gepäck in die Wohnung, schmeißt Kühlschrank und die Heißwasserversorgung an und inspiziert den Swimming-Pool der Ferienanlage. Für ein Bad reicht die Zeit nicht, denn um 16:20 muss er in Pisa sein, um uns am Flughafen abzuholen.

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Dieses Foto machte Papa morgens auf der italienischen Autobahn, in der Nähe des Gardasees (steht auch auf der Straße)

Er schafft es knapp: genau 5 Minuten bevor wir die Schwingtüren der Ankunftshalle zur Seite schieben steht er zwischen den Abholern. »Man verschätzt sich mit den Reisezeiten« meint er, »weil die Straßen in den Bergen sehr kurvig sind und die Reisegeschwindigkeit entsprechend gering.« Ich will natürlich sofort wissen, wie groß das Schwimmbecken ist … »Größer als in Soller, etwas kleiner als das Pool auf dem Hotel in Nizza.« Ich bin begeistert und kann es gar nicht erwarten, die Borgo zu erreichen.

Die Fahrt kommt mir endlos vor. Über eine Stunde brauchen wir, und je näher wir kommen, um so weiter weg scheint das Ziel zu liegen. Endlich biegt Papa von der kurvigen Hauptstraße SS 68 in einen Schotterweg ein. Auch der ist endlos lang, zerteilt sich noch mal bis wir schließlich vor unserem Domizil zum Stehen kommen. Papa zeigt uns erst die verdunkelte Wohnung (wegen der Hitze) und dann den Swimming Pool. Ich will gleich hineinspringen …

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Ankunft am Flughafen Galileo Galilei in Pisa

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Ein Kommentar zu “14 Tage Toskana
  1. Pita sagt:

    Mein Kompliment!

    Complimento :-)

    ein sehr schöner Reisebericht – Dein Schreibstil gefällt mir!

    Meine Tochter Anne – http://www.schepita.de – sandte ihn mir!

    Das ich in Deinem Bericht einen Platz bekommen habe freut mich sehr.

    Grazie di cuore :-)
    Tanti cari saluti
    Abbraccio da Pita

    Herzliche Grüße Schepita

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