Loreley trifft Burg Rheinfels (Taunus 4/6)

Unser Ausflug an den Rhein ist einer der Höhepunkte des Urlaubs. Wir fuhren gegen 10:00 Uhr los, über Aarbergen ins Wispertal. Die Wisper ist ein 30 km langer rechter Nebenfluss des Rheins. Wir machten einen kurzen Halt an der Alten Villa, ein traumhaft gelegenes Jagdhaus mit Café und Galerie. Als wir in Lorch ankamen, war der Fähranleger durch ein Treibholz außer Gefecht gesetzt.

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Wegen der heftigen Niederschläge in der Woche zuvor steht der Rheinpegel hoch und die Strömung ist stark. Wir sind froh, dass überhaupt Schiffsverkehr stattfindet. Allerdings müssen wir in den nächsten Ort fahren, nach Kaub. Dort angekommen legt gerade eine Fähre an, die wir sofort besteigen. Es muss alles sehr schnell gehen, weil der Fahrplan durcheinander geraten ist und eine Verspätung aufgeholt werden soll.

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Wir fahren nur zwei Stationen, denn unser Ziel ist St. Goar mit der Burg Rheinfels. Auf dem Weg dorthin passieren wir die Burgen Katz und Maus, das Dörfchen Bacharach sowie die Loreley. Die Loreley ist ein 132 Meter hoher, aus dem östlichen Ufer des Rheins herausragender Schieferfelsen bei Sankt Goarshausen. Es ist die engste und tiefste Stelle des Rheins, weshalb auch heute noch die Rheinschifffahrt durch Lichtsignale vor Gegenverkehr gewarnt wird. Einer Legende nach saß eine Nixe, Loreley genannt, auf dem Felsen und lockte mit ihrer Stimme die Rheinschiffer an, die wegen ihres unglaublich schönen Gesangs die gefährliche Strömung und die Felsenriffe nicht beachteten und mit ihren Schifferbooten zerschellten. Dabei soll sie ihr langes blondes Haar mit einem goldenen Kamm gekämmt haben.

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Das mittlere Rheintal mit seinen Baudenkmälern, den Weinbergen, seinen auf schmalen Uferleisten gedrängten Städtchen und den auf Felsvorsprüngen aufgereihten Höhenburgen gilt als Inbegriff der romantischen Rheinlandschaft. Seit 2002 gehört es zum UNESCO-Weltwerbe.

Die Burg Rheinfels ist eine Höhenburg auf einem Bergrücken zwischen dem linkem Ufer des Rheins und dem Gründelbachtal oberhalb von St. Goar gelegen. Nach ihrem Ausbau zur Festung war sie die größte Wehranlage im Mittelrheintal zwischen Koblenz und Bingen. Sie wurde 1245 von Diether von Katzenelnbogen als Zollburg für die rheinaufwärts fahrenden Schiffe erbaut.

Im 7-jährigen Krieg (1756 –1763) besetzten französische Truppen die Burg. 30 Jahre später zerstörten französische Revolutionstruppen die Festung. 1796 wurden die vorgelagerten Festungswerke gesprengt, 1797 Schloss und Bergfried.

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Nachdem die Ruine eine Zeitlang als Steinbruch diente, kaufte sie 1843 Prinz Wilhelm von Preußen, der spätere Kaiser Wilhelm I., der sie so vor weiteren Zerstörungen bewahrte. Seit 1925 ist die Stadt St. Goar Besitzerin der Burg. Die Gemeinde nahm 1963/64 sowie in den 1990er Jahren Restaurierungen vor. Seit 1973 beherbergt die Burg Rheinfels ein Hotel, dass seit 2005 den Namen »Romantikhotel Schloss Rheinfels« trägt. Auf der Terrasse des Hotels essen wir zu Mittag.

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Anschließend besichtigen wir die Burg. Es gibt dort zwei sackdunkle Höhlengänge, den einen können wir nur im Kriechgang durchschreiten. Ein italienischer Tourist hilft uns dabei: er stellt sich uns als Höhlenforscher aus Sizilien vor. Anschließend besichtigen wir den Torturm, Bergfried, den großen Gewölbekeller, den Marstallhof und den Uhrturm. Nach Süden bietet sich ein weiter Blick über den Hafen und die Stadt St. Goar hinweg, rechtsrheinisch nach St. Goarshausen und Burg Katz, nach Norden rheinabwärts bis Burg Maus sowie nach Westen ins Gründelbachtal.

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