Grindelwald: ankommen und akklimatisieren

Am Freitagnachmittag machen wir uns von Berlin aus mit dem Wagen auf den Weg nach Grindelwald, Schweiz. Unsere Zwischenstation ist Heilbronn, wo wir in der Innenstadt übernachten. Am Samstagmorgen setzen wir unsere Reise fort, gegen 14:00 Uhr erreichen wir unser Ziel: Das Hotel Eigerblick in Grindelwald. Unser Zimmer liegt unter dem Dach der neu gebauten Eigerblick-Residence, gegenüber dem Hauptgebäude. Vom Balkon aus haben wir einen wunderbaren Panoramablick auf die Berge Eiger, Lauberhorn und auf die Kleine Scheidegg.

grind01

Tag 1: Die Gemeinde Grindelwald liegt im Berner Oberland, etwas verstreut im Talkessel zwischen Eiger, Wetterhorn, Fiescherwand und Faulhorn, 1050 Meter über dem Meeresspiegel. Das 4000-Seelen-Örtchen lebt hauptsächlich vom Tourismus. Im Winter kommen Ski- und Snowboardfahrer, im Sommer Wanderer, um die einmalige Bergkulisse mit dem Fünfgespann Wetterhorn, Schreckhorn, Eiger, Mönch und Jungfrau zu bewundern.

Der Fremdenverkehr hat eine lange Tradition in Grindelwald. Seit über 150 Jahren bemüht man sich, die Berge mit Zügen und Seilbahnen zugänglicher zu machen. Weltberühmt ist die Jungfraubahn, die von der Kleinen Scheidegg aus durch den Eiger auf das Unesco-Welterbe Jungfraujoch-Aletsch-Bietschhorn führt, zum höchstgelegenen Bahnhof Europas (Top of Europe).

Wir nutzen die verbleibenden Stunden des Samstags, um das Städtchen näher kennenzulernen. Auf dem Weg vom Hotel zum Bahnhof liegt ein Molkerei-Lädchen, das Milchprodukte aus Grindelwald und der Umgebung anbietet. Wir werfen einen ersten Blick in das große Sportartikel- und Skiverleih-Geschäft Intersport Graf, der überall in der Region Filialen unterhält (später erfahren wir, dass es in über 30 Ländern Intersport-Filialen gibt, davon alleine in Deutschland 1500 Geschäfte; Sitz der Zentrale ist übrigens Heilbronn). Im Sportzentrum von Grindelwald befinden sich ein Hallenbad, eine Eislaufbahn und das Büro der größten Skischule.

Tag 2: Am Sonntag fühlen wir uns noch nicht reif für Wintersport: Erstens lockt die Gegend mit Attraktionen, die entdeckt sein wollen und zweitens bremst das trübe Wetter unsere Pistenlaune. Hinzu kommt, dass wir in dem verwirrend-vielfältigen Wintersportangebot noch nicht die passenden Komponenten gefunden haben. Zum Warmwerden entschließen sich Papa und wir Kinder zu einer Stunde Eislaufen in der Sporthalle. Mama unternimmt unterdessen einen Stadtbummel. Auf dem Eis hole ich mir nach 20 Minuten die erste Sport-Blessur, einen blauen Flecken auf der linken Kniescheibe. Ich habe keine Lust mehr und breche die erste Sportstunde ab. Papa und Gretas drehen noch ein paar Runden, bevor wir uns in der Sportbar mit Mama treffen zum Mittagessen.

grind03

Plötzlich kommt die Sonne zwischen den Wolken hervor, die Berggipfel leuchten freundlich. Weil das Zentrum von Grindelwald während des Winters im Schatten der Eigerwand liegt und wir genug vom feuchter Altschnee haben, entschließen wir uns zu einer Fahrt mit der Zahnradbahn auf die Kleine Scheidegg (2061 m. ü. M.). Als Pass zwischen dem Lauterbrunnen- und dem Grindelwaldtal liegt die Kleine Scheidegg direkt am Fuß des Dreigestirns Eiger, Mönch und Jungfrau. Unsere Erwartungen bestätigen sich, nach 1000 m Höhenunterschied. Ein wunderbarer, wolkenloser Himmel erwartet uns auf dem kleinen, betriebsamen Alpenbahnhof. Skifahrer, Bergsteiger und Ausflügler aus aller Welt geben sich hier oben ein Stelldichein. Exotisch aber deplatziert: Eine Bar in einem alles überragenden, riesigen Indianerzelt, genannt Tipirama, aus dem laute Musik erschallt.

Wir unternehmen einen Spaziergang durch den wunderbaren Pulverschnee zu einer Aussichtsplattform auf einem nahe liegenden Gipfel (Abbildung 1, ganz oben). Von dort aus blicken wir direkt auf den Eiger (3970 m. ü. M.) und seine berühmte Nordwand, die sehr schwer zu besteigen ist. Erstmals gelang dies 1938 einer deutsch-österreichischen Seilschaft unter der Leitung von Heinrich Harrer. Die erste Winterbegehung der Nordwand erfolgte 1961 durch Toni Hiebeler. Auch Reinhold Messner war hier: Mit der Besteigung innerhalb von 10 Stunden im Jahr 1974 stellte er einen Geschwindigkeitsrekord auf.

Dass hier oben nicht nur schöner Schnee und Sonnenschein herrschen, erfahren wir auf unserem kurzen Weg zum Aussichtshäuschen: Es weht ein eisiger Wind hier oben auf der Scheidegg. Wir mummeln uns so gut es geht ein und setzen unsere Kapuzen auf (Abbildung 2, oben). Auf dem Rückweg zum Bahnhof brausen links und rechts an uns die Skifahrer vorbei – als Spaziergänger gehörst Du hier im Winter eindeutig zur Minderheit. Und so wecken die gleitenden Zeitgenossen unsere Lust auf Schneesport. Nach unserer Rückkehr im Tal decken wir uns mit Informationsmaterial ein, das wir abends im Hotel studieren. Nach 2 Stunden haben wir uns zu folgendem Programm entschieden:

  • Ich belege einen dreitägigen Ganztageskurs »Gruppenunterricht Snowboard«
  • Greta besucht drei Halbtage den »Bambini-Skikurs«
  • Papa und Mama nehmen zweieinhalb Stunden »Privatlektion Ski«, um ihre Anfängerkenntnisse aufzufrischen

Tag 3: Es regnet. Macht nichts. Morgen soll wieder sie Sonne scheinen. Wir gehen zum Sportzentrum und suchen das Büro der Schweizer Ski- und Snowboardschule auf, um unsere Kurse zu buchen. Ich erfahre, dass der Snowboard-Grupenunterricht bereits begonnen hat, was aber kein Problem ist. Am morgigen zweiten Tag werde ich eine Einzelunterrichtsstunde bekommen, um den Anschluss zur Gruppe zu finden. Wir buchen unsere Kurse, die alle auf dem Skischulgelände Bodmi stattfinden.

grind02

Anschließend suchen wir die Intersport-Filiale Graf auf, um unsere Ausrüstung zu mieten. Ich bekomme ein super-schickes Snowboard, Schuhe dazu und einen blauen Helm. Greta bekommt ein Paar leuchtend grüne Skier, Stöcker dazu, rote Skischuhe und ebenfalls einen blauen Helm (Abbildung oben). Diese Sachen bringen wir erst mal ins Hotel. Wir können es kaum erwarten, unsere Sportkleidung auszuprobieren. Im Hotelflur unternehmen wir eine erste Trockenübung:

grind04

Erst morgen leihen sich Mama und Papa ihre Ausrüstung, weil sie unseren ersten Tag in der Schule begleiten möchten.

Veröffentlicht in Reisen Getagged mit: , , , , , , , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.