Erste Pistenabenteuer, Gretas Skirennen

Ich kann die erste Snowboard-Übungen kaum erwarten. Um Anschluss an die Gruppe zu bekommen, erhalte ich am Morgen von 8:30 bis 9:30 Uhr eine Einzelstunde auf dem Skischulgelände Bodmi, das noch fast menschenleer ist. Dann kommen auch Greta und die Eltern, denn um 10 Uhr beginnen alle regulären Kurse. Die Abbildung oben entstand am 3. Übungstag, nicht auf dem Schulgelände sondern hoch oben im Pulverschnee des First (2168 m. ü. M.).

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Tag 4: Meine Snowboard-Lehrerin heißt Martina. Sie zeigt mir zunächst, wie man das Brett anschnallt und wie man darauf steht ohne sofort abzufahren. Dann lerne ich auf dem vereisten Schnee, wie man mit einer einfachen Drehung bremsen kann. Auf dem Bild (oben) zeigt mir Martina, wie man auf der Fersenkante fährt; man kann alternativ auf der Zehenkante fahren. Und so über wir 60 Minuten die wichtigsten Grundhaltungen.

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Unten erklärt Martina – nun der ganzen Gruppe –, wie der Tag verlaufen wird. Wir sind 5 Mädchen und lernen zunächst das Kurvenfahren und das Bremsen. Aller Anfang ist schwer: Nach 60 Minuten tut mir der Hintern weh und die Knie schmerzen.

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Auf einem anderen Parcours rund 200 Meter entfernt, führt Greta die ersten Übungen durch. Ihr Lehrer heißt Mario und kommt aus Sachsen. Seine Truppe besteht aus 7 KIndern zwischen 3 und 5 Jahren. Zunächst lockt er sie ohne Skier mit Kuscheltieren und Spielgeräten durch den Schnee. Dabei lernen die Kleinen, mit den Skischuhen zu laufen. Dann schnallen sie sich die Bretter unter, um an einer flachen Stelle erstmals das Gleiten zu erleben. Auf der Piste liegt ein S-förmig gebogenes Seil im Schnee, das sie zwischendurch abbremst, so dass sie nicht allzu viel Fahrt bekommen.

Das wichtigste Ziel der drei Tage, das kündigt Mario schon an, ist das Skirennen aller Kinder am Freitag. Auch Greta freut sich schon auf dieses Ereignis, an dem rund 100 Kinder in verschiedenen Gruppen teilnehmen werden.

Tag 5: Heute ist es zwar trübe, aber es schneit oder regnet nicht. Um 10 Uhr beginnen unsere Kurse. Mama und Papa frischen ihre Ski-Kenntnisse mit einem älteren Ski-Lehrer auf, der Peter Bohren heißt und ein echter Grindelwälder ist … vielleicht sogar ein Nachfahre des Peter Bohren, dem am 11. August 1858 gemeinsam mit zwei Kameraden die Erstbesteigung des Eigergipfels gelang. Die Snowbord-Truppe ist ein wenig geschrumpft, wir sind nur noch zu dritt und trainieren noch intensiver. Unter anderem versuche ich mich am Tellerlift auf dem Skischulgelände, wo ich mehrere Anläufe nehmen muss, um endlich ohne Unterbrechung vom Tal bis zum Gipfel zu kommen.

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Tag 6: Heute ist Gretas großer Tag. Das Skirennen beginnt schon um 10:00 Uhr. Das Maskottchen der Skischule, der Plüschhase Snowli, ist auch schon vor Ort und begrüßt jedes Kind mit Handschlag. Nun bekommen die kleinen Rennfahrer weiße Shirts mit einer Startnummer übergezogen. Greta trägt die Nummer 28. Ihre Gruppe sammelt sich und wird von der Lehrerin Patrizia zum Starthäuschen geführt, ein Zelt mit Torbogen. Dann beginnt der Abfahrtslauf. Greta ist die 3. Läuferin. Schaut Euch das folgende Video an, das ihre komplette Abfahrt zeigt. Achtet mal darauf, wie geschickt sie vor dem zweiten Tor mit einer Armbewegung lenkt und sich anschließend im Zielschuss noch mal nach vorne beugt, um dem Gegenwind ein Schnippchen zu schlagen. Am Ziel ist auch Snowli zu sehen und die Trainerin, die Gretas Zeit stoppt und aufschreibt:

Nach der Abfahrt gibt Greta ihr Shirt ab und fährt – entspannt wie ein Bär in der Sonne – mit dem Kinder-Skilift zurück zum Sammelpunkt am Start. Später erfahren wir, dass sie in ihrer Gruppe den 3. Platz belegt hat. Abends findet eine Siegerehrung am Sportzentrum statt, wo sie eine Medaille überreicht bekommt.

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Mein dritter Übungstag findet nicht auf der Skischulpiste statt, sondern 1000 Meter höher auf dem First, wo bedeutend besserer Schnee liegen soll. Dorthin bringt uns eine Sechsergondelbahn. Um 9:15 treffen wir uns an der Station in Grindelwald. Die Firstbahn ringt uns über die Mittelstationen Bort und Schreckfeld hinauf zum 2168 Meter hohen First. Oben angekommen heisst es erst mal nach Luft schnappen, nicht nur der Höhe wegen sondern vor allem auch wegen des Blickes auf das Bergpanorama. Für Skifahrer gibt es hier bestens präparierte Pisten, für Snowboarder sogar eine der seltenen Superpipes. Nach einer kleinen Pause schweben wir mit der Vierersesselbahn bis hinauf zum 2501 Meter hohen Oberjoch. Von dort aus führen wir auf der leichteren der beiden Abfahrten unsere Übungen durch.

Um 12:00 Uhr ist Mittagspause. Dann kommen auch Mama, Papa und Greta hoch auf den First und genießen die wunderbare Landschaft. Ich schließe mich ihnen an und verzichte auf eine dritte Abfahrt vom Oberjoch. Zuvor überreicht mir Martina einen Snowboard-Pass und eine Anstecknadel:

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