Ausflug ins Sillicon Valley

Unser Programm heute: Silicon Valley, das sind die Städtchen südöstlich der Bucht von San Francisco, wo viele Computerfirmen gegründet wurden und zu Weltunternehmen heranwuchsen. Wir besuchen Palo Alto, Mountain View und natürlich Cupertino, die Heimat von Apple. Hier seht ihr mich vor dem Mercedes des Apple-Boss Steve Jobs – kein Witz.

sanf57

Silicon Valley heißt auf deutsch »Silizium-Tal« und bezieht sich auf das Grundmaterial der Computer-Chips. Der Begriff ist symbolisch gemeint, denn weder wird das Halbmetall hier abgebaut, noch produziert hier irgend jemand das wervolle Halbleitersilizium. Aber die Industrie, die in dieser Gegend entstanden ist, würde ohne Silizium und Elektronik nicht existieren.

Das Gebiet umfasst das Santa Clara Valley und die südliche Hälfte der Halbinsel von San Francisco. Es reicht von San Mateo bis nach San José, das Zentrum liegt ungefähr in Sunnyvale. Die Entwicklung der Region zu einem wirtschaftlichen Zentrum begann 1951 mit der Einrichtung eines Forschungs- und Industriegebiets, dem Stanford Industrial Park, neben der Stanford University. Nach und nach gründeten ehemalige Mitarbeiter der Elektrofirmen und Absolventen der Universitäten Kleinunternehmen und entwickelten neue Ideen und Produkte. Zu den bekanntesten gehören unter anderem Adobe (San Jose), Electronic Arts (Redwood City), Cisco (San José) Google (Mountain View), Hewlett Packard (Palo Alto), Intel (Santa Clara), SanDisk (Sunnyvale/Milpitas), Yahoo (Sunnyvale) und natürlich Apple (Cupertino).

sanf56

Noch ein Schnappschuss vom Frühstück: Im Paris Cafe (704 Post St.) gibt es schon die neuen Weihnachtsdosen von Coca Cola

Wir verlassen San Francisco nach dem Frühstück über den Freeway 101 in Richtung Flughafen, wo wir erst mal in einen halbstündigen Stau geraten, weil ein Lastwagen in die Leitplanken gefahren ist. Kurt vor Mountain View verlassen wir den Highway und fahren über die Landstraßen weiter in Richtung Cupertino. Weil man auf den Bundesstraßen keine Wohnungen und Menschen sieht, verlassen wir irgendwann einer der zweispurigen Hauptstraßen und fahren in ein Wohngebiet.

Wir sind in Los Altos, in der Oak Avenue. Links und rechts stehen sympathische Holzhäuschen, die meisten mit viel Garten und Grün umgeben. Dann fahren wir an einer Grundschule (Elementary School) vorbei, der Oak School. Dort biegen wir aus Spaß mal in die Vorfahrt ein, wo morgens die Kinder abgesetzt werden. Greta gefällt das gar nicht. Sie will im Moment nichts von Schulen wissen. Wir müssen schnell weiter …

Also verlassen wir Los Altos in Richtung Cupertino. Nach 15 Minuten sind wir am Apple Headquarter angekommen, wo wir unseren Wagen auf einem Besucherparkplatz abstellen. Eigentlich besteht das gesamte Stadtviertel östlich des North De Anza Boulevards aus Apple-Gebäuden; Apple hat weltweit rund 28.000 Mitarbeiter, davon sicher 2/3 in Cupertino. Die verschiedenen Bürokomplexe sind mit Hinweistafeln beschildert, die das Firmenlogo in unterschiedlichen Farben zeigt: hellblau, rosa, grün … wir wissen nichts über den Hintergrund der Farben.

sanf55

Das Apple-Hauptgebäude kennzeichnet kein Firmenlogo, wie die anderen Gebäude, sondern eine Zahlenskulptur

Die Adresse des Hauptgebäudes ist 1 Infinite Loop, also übersetzt Endlosschleife 1. Der Begriff kommt aus der Informatik und bezeichnet eine Programmschleife, die nach jedem Durchlauf erneut abgearbeitet wird, falls keine äußeren Einflüsse dies unterbinden. So ist zum Beispiel die Steuerung der Maus eine gewollte Endlosschleife, die auf eine Bewegung wartet und dann dementsprechend reagiert.

Im Hauptgebäude befindet sich ein Souvenierladen, wo man T-Shirts, Mützen, Stifte, Taschen und anderes Zubehör kaufen kann. Natürlich kann man dort auch die Rechner und die iPods ausprobieren, jedoch nicht käuflich erwerben. Wir decken uns mit 3 T-Shirts ein, auf einem steht »I visited the mothership«, also »Ich habe das Mutterschiff besucht«.

sanf50

Steve Jobs parkt nicht in der Tiefgarage, sondern draußen, direkt neben den Behinderten-Parkplätzen vorm Hauptgebäude (Strombergs unerfüllter Traum); Abbildung: Google

Als wir das Hauptgebäude verlassen, um gegenüber ein Restaurant zum Mittagessen aufzusuchen, sagt Papa mehr zum Spaß: »Hier muss irgendwo Steve Jobs Mercedes ohne Nummernschilder stehen«. Er wusste davon aus dem Internet, wo mehrere Seiten darüber berichteten, dass der Apple-Vorstandsvorsitzende von der kalifornischen Verkehrsbehörde eine Sondergenehmigung bekommen habe, um ohne amtliches Kennzeichen fahren zu dürfen, weil dieses schon mehrfach von Souvenirjägern gestohlen worden sei. Andere sagen: »Nehmt diese Geschichte nicht zu ernst, denn es kursieren zu viele Versionen davon im Netz.«

sanf54

Wir haben das Jobsmobil vorm Apple-Hauptgebäude fotografiert

Während wir noch darüber diskutieren, stehen wir auf einmal vor einem silberfarbenen Mercedes SL 55 AMG – ohne Kennzeichen –, direkt bei den Behinderten-Parkplätzen. Außer einer halbvollen Trinkflasche zwischen Fahrer- und Beifahrersitz deutet nichts auf den prominenten Fahrer hin: kein iPod, keine Fortune-Magazin. Wir fotografieren den Wagen und reihen uns ein in die Schar jener Verrückten, die das alle schon vor uns getan haben.

sanf53

Die Fontänen des Brunnens auf dem Plaza De Cesar Chavez verändern in langsamen Abständen ihre Höhe

Unser nächstes Ziel heißt San José, die größte Stadt der Region, die sich auch »Capital of Silicon Valley« nennt. Tatsächlich sitzt hier die County-Verwaltung des Santa Clara County. San José liegt am Südende der San Francisco Bay und ist mit 1 Million Einwohner die größte Stadt in Nordkalifornien. Wir fahren ins Zentrum der Metropole, die sich an diesem Montag – für unsere Begriffe – ungewöhnlich menschenleer zeigt.

Wir parken in der Market St. und wandern, am San Jose Museum of Art (Montags geschlossen) vorbei, zum Plaza De Cesar Chavez. Schräg gegenüber befindet sich das wissenschaftliche Museum TheTech, wo gerade eine große Leonardo-da-Vinci-Ausstellung zu Gast ist. Über den San Antonia Walk gelangen wir zum Campus San Jose State University. Zwei Block weiter genehmigen wir uns ein Eis in der San Fernando St. (Cafe Yolicious). Inzwischen sehen wir mehr Menschen in den Straßen, darunter viele Studenten.

Nun ist Zeit für die Rückfahrt nach San Francisco. Wir entscheiden uns für die Route über Oakland, so dass wir die gesamte Bay einmal umfahren werden. Das heißt auch: Unsere erste Fahrt über die Bay Bridge. Wir sind ganz aufgeregt. Diese Brücke ist um einige Kilometer länger als die Golden Gate Bridge, genauer: 8,3 km gegenüber 2,7 km. Sie besteht aus zwei Brückenzügen; dazwischen liegt die Yerba Buena Insel (Treasure Island). Die Bay-Bridge ist zweistöckig: auf der oberen Ebene fahren wir (also die Fahrzeuge von Oakland in Richtung San Francisco), auf der unteren fährt der Gegenverkehr in Richtung Oakland.

sanf52

Auf der Interstate 80 von San Jose in Richtung Oakland und Bay Bridge

Wieder angekommen in San Francisco haben wir rund 150 Meilen an diesem Tag zurückgelegt. Bevor wir ins Hotel zurückkehren, versorgen wir uns beim Lieblings-Safeway in der Jackson Street, gegenüber dem Sydney G. Walton Square: Mit Äpfeln, Yoghurt und frisch zubereitetem Sushi.

sanf51

Frisches Sushi nach unseren Wünschen gibt es im Supermarkt Safeway am Sydney G. Walton Square (Financial District)

Veröffentlicht in Reisen Getagged mit: , , , , , , , , , , , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.