MoMA: In angesehener Gesellschaft

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Les Demoiselles de Berlin et d’Avignon … im Museum of Modern Art

Das Museum of Modern Art, auch MoMA genannt, wurde vor 80 Jahren von den drei Freundinnen Abby Aldrich Rockefeller, Lillie P. Bliss und Mary Quinn Sullivan, Ehefrauen und Töchter reicher Industriebarone, gegründet. Es besitzt heute die weltweit größte und bedeutendste Sammlung moderner Kunst. Sie umfasst Werke der Architektur und des Designs, Zeichnungen, Gemälde, Skulpturen, Fotografien, Drucke, Illustrationen, Filme und elektronische Medien.

Die erste Ausstellung des MoMA eröffnete im November 1929 in einem Stadthaus der Rockefellers, mit 100 Gemälden französischer Impressionisten – alles Leihgaben. Durch großzügige Schenkungen wuchs bald eine stattliche Sammlung heran, die größere Räume benötigte und mehrfach den Standort wechselte. 1939 bezog das Museum ein Gebäude in Midtown Manhattan, das noch heute die Heimat des Museums ist.

In den 1950er und 1960er Jahren wurde das Gebäude nach Plänen von Philip Johnson erweitert. 1984 wurde das MoMA erneut renoviert und der Ausstellungsraum verdoppelt. Zwischen 2002 und 2004 wurde es unter der Leitung des japanischen Architekten Yoshio Taniguchi für 860 Millionen Dollar umgebaut.

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Blick aus dem 3. Stock des MoMA auf die gegenüberliegende Häuserzeile in der 53. Straße

Die Gemäldesammlung auf der 4. und 5. Etage umfasst Werke des Impressionismus und Spätimpressionismus von Paul Cézanne, Vincent van Gogh und Paul Gauguin. Mit Ernst Ludwig Kirchner und Oskar Kokoschka sind zudem Werke des deutschen Expressionismus vertreten. Weiterhin gehören Bilder Gustav Klimts, Henri Matisses, Marc Chagalls, Salvador Dalís, René Magrittes und Pablo Picassos zur Sammlung.

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Als sich der Maler Vincent van Gogh nicht mehr zutraute, allein zu leben – vielleicht auch, um seinen Bruder, der vor kurzem geheiratet hatte, nicht zu sehr zu belasten – entschied er sich für eine Übersiedelung in die Nervenheilanstalt von Saint-Rémy-de-Provence. Die privat geführte Einrichtung, wo der Maler am 8. Mai eintraf, war in einer ehemaligen Klosteranlage aus dem 12. Jahrhundert untergebracht. Eine Behandlung fand dort nicht statt. Van Gogh beklagte in Briefen die völlige Untätigkeit seiner Mitpatienten, von denen er sich nach Möglichkeit fernhielt. Ihm selbst jedoch war das Malen als Therapie erlaubt, und er begann sogleich damit nach seiner Ankunft. Zunächst malte van Gogh Motive aus dem Garten der Anstalt sowie den Ausblick aus seinem Fenster, dann Motive aus der Umgebung von Saint-Rémy, unter anderem die berühmte Sternennacht und Olivenbäume, zwei bekannte Gemälde die im MoMA hängen.

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Oskar Schlemmer war von 1929 bis 1932 Professor an der Breslauer Akademie, zuletzt Leiter der Bühnenklasse »Mensch und Raum«. Ende März 1932 stellte die Akademie durch Notverordnung ihren Lehrbetrieb weitgehend ein. Wenige Monate später siedelte Schlemmer nach Berlin über, wo er einen Lehrauftrag an den Vereinigten Staatsschulen für Kunst und Kunstgewerbe annahm. Im selben Jahr entstand sein bekanntestes Gemälde, die Bauhaustreppe. Drei vertikal gestaffelte, aufwärts strebende Rückenfiguren in einer lichten Architektur wurden zum Wahrzeichen der Jugendkult-Bewegung des 20. Jahrhunderts. Bauhaustreppe beschreibt die Wechselwirkung zwischen Mensch und Raum, zwischen Menschheit und Zivilisation und deutet die Vision einer zukünftigen Kultur an.

Beuys

Es ist erstaunlich, wenn man als Europäer in einem weltweit angesehenen New Yorker Museum steht, und feststellt, dass der überwiegende Teil der ausgestellten Kunst aus Europa stammt. Und wenn dann noch Arbeiten von Joseph Beuys dazugehören, wird es sogar lustig (siehe Abbildung oben). Der Alte hatte recht: Demokratie kann voll lustig sein. Leider kaum noch in Europa, aber dafür um so mehr in den USA.

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