Vor 50 Jahren: »Wandel durch Annäherung«

rotunde

Wir sind beeindruckt, gerade heute an diesem Ort zu sein. Am 15. Juli 1963, also vor genau 50 Jahren, hielt der Leiter des Presse- und Informationsamtes des Landes Berlin, Egon Bahr, im Auditorium der Evangelischen Akademie Tutzing (Abbildung oben) einen historischen Vortrag, den er überschrieb mit »Wandel durch Annäherung«*. Auch der anwesende Regierende Bürgermeister Willy Brandt unterstützte diese neue Strategie für eine andere Ost- und Deutschlandpolitik. Sechs Jahre später, nach der Bundestagswahl 1969, wurde Bahr Staatssekretär im Bundeskanzleramt unter Willy Brandt und zugleich Bevollmächtigter der Bundesregierung in Berlin. In dieser Funktion wirkte er als Unterhändler in Moskau und Ost-Berlin maßgeblich am Moskauer Vertrag, Warschauer Vertrag, Transitabkommen, sowie dem Grundlagenvertrag mit. Er wird daher auch als »Architekt der Ostverträge« bezeichnet und gilt als einer der einflussreichsten Berater des damaligen Bundeskanzlers Willy Brandt.
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* Als Zielsetzung einer neuen deutschen Außenpolitik forderte Bahr die Aufgabe der von der westlichen Welt postulierten »Politik der Stärke«. Er vertrat die Ansicht, dass die Fortführung dieser Politik keinerlei Realitäts- und Aktualitätsbezug besitze. Veränderungen auf der »anderen Seite« könnten nur langfristig, durch eine große Anzahl kleiner Schritte erreicht werden. Und diese seien notwendig, um die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten zu erreichen. Der Kontakt zu den osteuropäischen Staaten müsse daher in einem Klima der Entspannung aufgenommen werden. Die vollständige Rede von Egon Bahr vom 15. Juli 1963 hier als PDF zum Nachlesen …

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