Eine Bootsfahrt, die ist lustig …

Heute morgen, nach dem Frühstück, besuchen wir zum ersten Mal den nebenan gelegenen Steg der Bayerischen Seeschiffahrt (Haltestelle »Tutzing am Starnberger See«). Dort gibt es einen kleinen Kiosk, der von einem freundlichen Schwaben mit Rastafrisur betrieben wird. Der ist so ehrlich, dass er uns von einer Schiffsfahrt abrät: »Die Dörfer hier sind alle gleich (langweilig). Leiht euch doch stattdessen ein Elektroboot beim aus Johann Müller aus, gleich zwei Häuser weiter.« Und genau das haben wir dann gemacht.

Bootsverleih Johann Müller in Tutzing

Der Bootsverleih vom Johann Müller liegt etwas versteckt, aber sehr idyllisch gelegen, hinter einer Reihe Wohnhäuser. Das Panoramafoto ist sehenswert: klickt auf das Foto oben, um es zu öffnen (1 MByte). Johann Müller ließ sich lange Zeit nicht blicken. Wir nutzten die Pause, um uns mit Sonnencreme zu schützen, denn heute zeigt sich kein einziges Wölkchen am Himmel. Dann kommt er, ohne Gruß und ohne ein Wort zu verlieren. Er verschwindet in einem Schuppen, in dem die Boote an Ketten über der Wasseroberfläche aufgehängt sind. Dann lässt er eines zu Wasser und schiebt es zu uns … dies alles geschieht ohne Worte. Wir glauben, er kann Gedanken lesen. Als wir ihm die 20 € für eine Stunde Rundfahrt überreichen wollen, sagt er »Dös moche mer nooch der Fahrt. Steigets jetz eini …!« Dann gibt er uns eine kleine Einweisung und schon stechen wir in See.

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Wir kennen uns aus mit Elektrobooten, vom Tegeler See. Diese hier ist etwas größer und bietet uns ausreichend zum Ausbreiten und zum Rotieren. Als erstes steuert Jürgen. Zunächst wollen wir uns ein Ziel aussuchen, mit Hilfe der Navigation im iPhone. Aber was hat der Schwabe am Steg gesagt: Alles gleich langweilig. Also konzentrieren wir uns auf das Geschehen zu Wasser.

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Nach wenigen Minuten erspähen wir eine bunte Truppe Katamarane, also Segelboote mit zwei Rümpfen, die fest miteinander verbunden sind. Im Gegensatz zu Einrumpfschiffen liegen Katamarane sehr stabil auf dem Wasser; und weil sie keinen Kiel haben und formstabil sind, haben die Boote ein relativ geringes Gewicht. Wir fahren dicht ran an die Boote, auf denen überwiegend Jungs lautstark das Kommando haben.

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Als wir die Katamarane passieren, ruft ein Erwachsener von dort: »Hier segelt ein bayerisches Gymnasium.« Dann sagt er zu seiner Klasse: »Die machen Urlaub, wir haben Schule.« Tatsächlich beginnen die Ferien in Bayern erst in einer Woche. Und wir kennen das ja auch aus Berlin, was an den letzten Unterrichtstagen so unternommen wird: Wandertag, Filme anschauen, Schulfest … Auf dem Starnberger See segeln ist die bayerische Version dieser Zeitvertreibe.

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Irgendwann, so nach einer halben Stunde, ist uns dann heiß genug, um sich mit dem Gedanken einer Schwimmpause anzufreunden. Wir halten das Boot an. Es wird ganz still um uns, mitten auf dem Starnberger See. Marie macht den Anfang. Beherzt schwingt sie sich über Bord ins türkisfarbene Wasser. Sie macht ein paar Schwimmzüge, doch dann möchte sie gerne wieder zurück aufs Boot. Anschließend springt Greta ins erfrischende Nass.

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Den Weg zurück zum Bootsverleih Johann Müller steuert Judith. Papa macht es sich in der zweiten Reihe bequem und streckt seine Füße aus.

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Nach 60 Minuten nimmt uns Johann Müller wieder in Empfang. Es war ein wunderbarer Ausflug. Greta fand die Rundfahrt »heiß«.

johann_mueller

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